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Tunesien
Pauschalreisen nach Tunesien
Badefreuden von April bis Oktober, der Zauber verwinkelter Altstadtgassen und der Hauch der nahen Wüste - man ist in Afrika und doch dem vertrauten Europa noch nicht ganz entrückt. Römer, Vandalen, Spanier, Italiener und Franzosen haben ein bis heute spürbares Band zur nordafrikanischen Küste geknüpft, obwohl sich das Land seit Jahrhunderten dem islamischen Kulturkreis zugehörig fühlt. Gerade heute versteht sich Tunesien als Nahtstelle zwischen den zwei ganz unterschiedlichen Lebensformen der europäischen und islamischen Welt. Damit eröffnet sich für den Besucher die Möglichkeit, tieferen Einblick in eine fremde Kultur zu gewinnen und weitverbreitete Klischees durch eigene Erfahrungen und Begegnungen zu ersetzen.
Im Norden von Tunesien reihen sich die Badeorte über eine Entfernung von etwa 400 km entlang der Küste, beginnend nahe der algerischen Grenze im kleinen Hafen von Tabarka bis hinunter zur ehemaligen Piratenhochburg Mahdia.Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Tabarka lockt mit Ruhe und bewaldetem Bergland als Kulisse, Bizerte mit beschaulich mediterraner Hafenatmosphäre und Gammarth mit der Eleganz eines vornehmen Villenortes. Hammamet und Nabeul wissen geschickt Tradition, landschaftlichen Reiz und Geschäftstüchtigkeit in den Dienst des Tourismus zu stellen, El Kantaoui ist eine gelungene Neuschöpfung der Reisemanager, Sousse eine quirlige Großstadt, in der sich Badefreuden, Kunst und fremdartige Medina-Atmosphäre zu einem einzigartigen Urlaubscocktail mixen lassen. Etwas ruhiger geht es im benachbarten Monastir zu, afrikanisch-andalusisch in der grandios auf einer schmalen Halbinsel thronenden Altstadt von Mahdia.Wie immer man den Zentren des Massentourismus gegenübersteht, sie sind Schnittstellen zwischen orientalischer und westlicher Lebensart, Orte der Begegnung, an denen einige Vorurteile bestätigt, die meisten aber wohl abgebaut werden. Im Schatten des Hotels mit seinem deutschsprechenden Personal ergeben sich vielfach erstmals vorsichtige Kontakte mit der fremden Kultur und Gelegenheit zu positiven Erfahrungen mit der Gastfreundschaft der Tunesier.Baguette und Rotwein sind nicht das einzige Erbe der französischen Kolonialherrschaft, die hier glücklicherweise weniger schmerzhafte Wunden hinterlassen hat als im benachbarten Algerien. Vor allem die jungen Tunesier fühlen sich von den »Errungenschaften« unserer Freizeitkultur magisch angezogen - allen voran von heißen Disco-Rhythmen, die internationale Sprache unter Jugendlichen. Von einer Verwestlichung des Landes kann dennoch nicht die Rede sein, die arabischen Traditionen gelten nach wie vor, wenn auch in weniger strenger Auslegung als in anderen Ländern des Islam.Eine Frau allein im Café wird man kaum zu Gesicht bekommen, Heirat und Ehe folgen noch den überlieferten Normen, und auch die Religion hat einen weitaus höheren Stellenwert als bei uns. So sollte sich der Reisende immer bewußt sein, daß er zu Gast ist in einer fremden Kultur, und dieser durch Respektieren der Sitten und Gebräuche Achtung entgegenbringen.
Außer in den Badeorten prallen die Kulturen am stärksten in der Hauptstadt Tunis aufeinander: Die französisch geprägte Neustadt mit ihren Boulevards und das Gassengewirr in den Souks der Medina spiegeln die zwei Gesichter Tunesiens. Wie eine Spinne im Netz beherrscht die Metropole das wirtschaftliche, politische und kulturelle Geschehen, ist Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident, zwischen Afrika und Europa. An der Peripherie haben bereits vor 3000 Jahren die Karthager Geschichte geschrieben. Der Schrecken ihres Untergangs ist längst vergessen, hat dem Flair eines schicken Villenvorortes Platz gemacht, in dem das Blau des Meeres, das Grün der Gärten und das Ocker der antiken Säulen den Besucher verzaubern - und natürlich das blendende Weiß der kubischen Häuser andalusischer Prägung auf dem Felsen des angrenzenden Sidi Bou Said. Der Faszination der Farben erlagen schon die Maler Paul Klee und August Macke 1914 auf ihrer Tunisreise.»Das ist der glücklichen Stunde Sinn; ich und die Farbe sind eins«, notierte Paul Klee in sein Tagebuch. Und bis heute ist die Faszination der tunesischen Landschaft nicht verblaßt. Aufgefächert in einzelne Massive schiebt sich das nordtunesische Bergland bis unmittelbar ans Meer und formt eine klippenreiche, mit romantischen Buchten durchsetzte Küste, an der es sogar Korallen gibt.
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